Am ersten Maiwochenden fand auf dem Flugplatz Flugplatz Obermehler-Schlotheim, welcher sich nordwestlich von Erfurt befindet, die Saisoneröffnung zur NAVC Rundstreckenmeisterschaft statt. Das Besondere an dieser Veranstaltung war die Tatsache, dass es sich um eine Doppelverstanstaltung handelte. Es fand als sowohl am Samstag als auch am Sonntag ein jeweils in sich geschlossener Renntag statt. Als eingeschriebener Teilnehmer an der Meisterschaft war fsas-racing mit seinem BMW E36 natürlich vor Ort.

Nach einer vergleichsweise kurzen Nacht waren wir Samstagmorgen bereits um kurz vor 8 Uhr an der Strecke, denn es stand einiges an für den Tag. Zunächst ging es zur obligatorischen Papierabnahme und anschließend zur technischen Abnahme des Fahrzeuges, welche wir aufgrund der motorsportlichen Vorgeschichte unseres Rennwagens ohne Probleme auf Anhieb bestanden. Nach dem Fahrerbriefing bereiteten wir uns auf das erste freie Training vor. Hier machte uns das Wetter allerdings direkt einen Strich durch die Rechnung. Da es die ganze Nacht und den ganzen Morgen geregnet (und teilweise sogar geschneit) hatte, mussten wir auf Regenreifen starten. Da wir diese allerdings nicht ausreichend vorher überprüft hatten (keiner weiß warum), mussten wir feststellen, dass der Luftdruck nicht ansatzweise im Arbeitsbereich der Reifen lag. Wir brauchten Luft. Allerdings war die Stromversorgung auf dem Flugfeld nicht sonderlich gut, sodass sich ständig die Sicherung verabschiedete. So blieb uns nichts anderes übrig, als mehrere Kompressoren von verschiedenen Teams auszuleihen. Als wir unser Fahrzeug dann endlich startbereit hatten, war das freie Training bereits zu Ende. Wir hatten also unseren allerersten Einsatz bereits verpasst. Es konnte nur besser werden.

Am Morgen des ersten Tages wechselte sich Regen mit Hagel ab. Die Bedingungen hätten schwieriger kaum sein können

Ohne eine Runde im freien Training starten wir also direkt in die Qualifikation. Die Regenreifen hatten überraschend viel Grip und so schafften wir es in unserer Klasse auf den 5. von insgesamt 8. Plätzen. Die Freude war groß als wir merkten, dass wir im Feld der anderen Fahrzeuge innerhalb unserer Klasse „mitschwimmen“ konnten. Letztendlich bestimmt die Endplatzierung der Qualifikation automatisch die Platzierung für das Rennen. Doch nun wurde es erst so richtig kompliziert.

Das Wetter konnte sich nicht entscheiden und es folgte ein Regenschauer auf Sonnenschein. Hatten wir in der Mittagspause bei strahlender Sonne bereits von Regenreifen auf Slickreifen gewechselt, begann es 15 Minuten vor Rennstart an zu hageln und innerhalb von Minuten war das gesamte Gelände wieder nass. Welchen Reifen sind die richtigen? Wir unterhielten uns mit anderen Teams und nach einem Blick auf das Regenradar, welches ein Zeitfenster von ca 30 Minuten ohne Regen vorraussagte, entschieden wir uns auf Slicks zu starten. Es dauerte zwei Runden bis die Strecke trocken gefahren war und die Slicks ihren Grip aufbauen konnte. Das Rennen selber war dann recht unspektakulär. Einzig ein Verbremser eines anderen Teilnehmers ist erwähnenswert. Dieser verlor beim Anbremsen auf eine 90° Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug und kolliderite infolgedessen mit dem Fahrzeug vor uns. Glücklicherweise blieb unser BMW bei diesem Vorfall unversehrt und wir konnten das Rennen fortsetzen. Letztendlich konnten wir weder einen Platz gut machen, noch verloren wir einen Platz. Somit konnten wir unser erstes Rennen auf einem guten 5. Platz beenden. Kurz nach Rennende begann es erneut zu regnen.

Kurz vor Beginn des zweiten Rennens regente es erneut kurz aber heftig. Nach den Erfahrungen des ersten Rennens gingen wir erneut das Risiko ein und starteten auf Slicks. Pünktlich zum Rennstart war die Strecke dann wieder trocken und wir konnten Gas geben. Wir lieferten uns einen spannenden Zweikampf mit einem Lupo aus Kl. 2, welcher zwar auf den Geraden leicht schneller war, in den Kurven jedoch eher ein Hinderniss darstellte. Wir merkten schnell, dass die Stärken unseres BMW in den engen Kurven und im Anbremsen auf die Kurven lag. Trotz aller Versuche reichte es nicht den Lupo zu überholen. Auch wenn es ein sehr interessanter Zweikampf war, spielte er letztendlich aufgrund der unterschiedlichen Klassen keine Rolle. Auch der in der letzten Runde einsetzende Regen konnte den 4. Platz nicht mehr gefährden.

Die einzelnen Ergebnisse des Tages bescherten uns am Ende den 4. Gesamtplatz in unserer Klasse und damit sogar einen Pokal. Was für ein Erfolg im ersten Rennen überhaupt!

Der erste Pokal für fsas-racing

Am Sonntag schien der Wettergott besser gelaunt zu sein. Bei zwar kalten Temperaturen aber strahlender Sonne starteten wir in den Tag. Im Gegensatz zum Vortag wurde die Richtung der Strecke umgedreht und eine Schikane mehr eingebaut. Insgesamt stellte sich diese Richtung der Strecke als ein wenig anspruchsvoller heraus. Während des freien Trainings mussten wir feststellen, dass der Motor unseres BMW in unregelmäßigen Abständen ausgeht. Diese Phänomen war uns zwar bereits bekannt, allerdings nicht in dieser Häufigkeit. Zwar läuft der Motor nach einem kurzen Moment weiter, für ein Rennauto ist das allerdings kein annehmbarer Zustand, da so wertvolle Zeit verloren geht. Trotzdem konnten wir im Quali klassenübergreifend den 7. Platz und in unserer Gruppe den 5. Platz belegen. Aufgrund mehrerer Beschwerden von anderen Teams wurden zwei Fahrer aus Klasse 2 nun in Klasse 3 gewertet. Wäre das Staterfeld identisch gewesen zum Vortag, wäre es sogar der 3. Platz in der Qualifikation gewesen. Was für eine Leistung für fsas-racing!

Im Rennen lieferten wir uns anschließend einen harten Kampf mit einem Opel Kadett E aus der gleichen Klasse. Durch die 10 PS mehr war der Opel auf der Geraden merklich schneller. Vom Vortag waren uns allerdings die Stärken unseres BMW bekannt und nun hieß es diese auch auszuntzen. Die auf der Gerade verlorenen Meter konnten wir beim Anbremsen und in den engen Kurven wieder gut machen. An ein Überholvorgang war allerdings nicht zu denken. Nicht zuletzte auch deshalb, weil der Motor alle 1-2 Runden Aussetzer hatte. Allerdings leistet sich der Fahrer des Opel in der letzten Runde einen Fahrfehler, sodass wir mit einem Abstand von weniger als einer halben Sekunde Vorsprung auf den Fahrer des Kadett ins Ziel fahren konnten. Das ist Motorsport!

Unser BMW E36 im Renneinsatz

Das zweite Rennen des Tages begann nach einer kleinen Startrempelei weniger erfreulich, da wir uns nach der ersten Runde auf dem letzten Platz wiederfanden. Eine anschließende Aufholjagd reichte immerhin noch für den 9. von 10 Plätzen.

Aufgrund der geringen Anzahl von Teilnehmern in anderen Klassen wurden diese zusammengelegt, sodass wir die zweite Veranstaltung auf Platz 7 von 12 beenden konnten.

Nach der Siegerehrung wollten wir bereits ins Auto steigen um uns auf den Heimweg zu machen, als wir von Klassenteilnehmern zur Meisterschaftsführung beglückwünscht wurden. Wir konnten es erst nicht glauben, da wir nicht verstanden, wie man mit einem 4. und einem 7. Platz plötzlich die Meisterschaftsführung übernehmen kann. Bis uns klar wurde, dass die vor uns platzierten Teilnehmer „nur“ Gaststarter waren und nicht in die Meisterschaft eingeschrieben sind. Nach noch mehr ungläubigen Blicken unsererseits stellte sich heraus, dass wir an beiden Tagen jeweils den ersten Platz aller an der Meisterschaft teilnehmenden Fahrer gemacht hatten. Wir konnten es immernoch nicht glauben. Leider ist die offizielle Ergebnisliste immernoch nicht veröffentlicht und wir wissen nicht, wie sich die Verschiebungen mancher Teilnehmer in andere Klasse auf uns auswirkt. Für den Moment leben wir aber mit dem Gefühl, in unserer „Klasse 3“ nach 2 Rennen die Meisterschaft anzuführen. Wahnsinn!

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir mit unserem Fahrzeug durchaus konkurenzfähig sind, was die Motivation für die kommenden Rennen steigen lässt. Bis zum nächsten Rennen am letzten Juniwochenende am Nürburgring haben wir uns vorgenommen die Aussetzer des Motors in den Griff zu bekommen, ohne die wir auf jeden Fall Zeit gut machen können. Dann wollen wir den Angriff auf die Podestplätze starten und im besten Fall die Meisterschaftsführung weiter ausbauen! Es bleibt spannend.

Zum Abschluss möchten wir uns noch bedanken beim MSC Westpfalz für die Organisation und bei den Jungs vom MSF Nordgau, welche uns Neulinge mit offenen Armen, viel Rat und Unterstützung empfangen haben. Wir sehen uns wieder…


Saisoneröffnung zur NAVC Rundestreckenmeisterschaft
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